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Naturimkerei-Schmidt


Honig lässt sich importieren... Bestäubung nicht!
 

Bienensterben - Bienen in Not

Biene und Mensch eine lange Geschichte

 

Seit Beginn der Zivilisation hat die Honigbiene die Neugier der Menschen geweckt. Vor vermutlich rund 100 Millionen Jahren wurde diesem kleinen bescheidenen Insekt besondere Bedeutung zuteil. Es wurde zum Symbol für viele Dinge wie Sinnbild der menschliche Seele, Fleiß, Kreativität, Kooperation und süßes Geschenk der Natur. Bienengötter wurden von Mayas, Hindus, Sumerer und den alten Griechen, die ihre Priesterinnen als „Melissa“ („Bienen“) bezeichneten, verehrt. Die Bibel erzählt vom verheißenen „Land, in dem Milch und Honig fließen„.

Mit dem Beginn des Akerbaus durch den Menschen, beginnt ein enges Miteinander zwischen Mensch und Biene. Es waren wohl die alten Ägypter vor etwa 4.500 Jahren, die als erste die Bienenzucht betrieben hatten. Die Griechen erkannten die Heilkräfte von Honig und Propolis. Unter Karl dem Großen wurde das Wachs zum Erhellen von Kirchen und Kathedralen wertvoll. 

Die Honiggewinnung erlebte im 19. Jahrhundert ihre Hochzeit in Europa. Honig diente lange Zeit als einziges bekanntes Süßungsmittel und alsMedizin, denn Roh-Honig enthält anti-bakterielle, anti-virale und Anti-Pilz Substanzen. In jüngerer Zeit erlangte lokaler Honig bei der Desensibilisierung bei Pollenallergien Bedeutung.

Warum ist das wichtig für uns?

 

Damals wie heute spielen Bienen eine entscheidende Rolle in unserem Ökosystem. Wusstest du, dass 80 % der heimischen Kultur- und Wildpflanzenund damit rund ein Drittel von unserem Obst und Gemüse von der Bestäubung durch Bienen abhängig sind?

Honig- und Wildbienen spielen auch bei Blumen und Sträuchern eine wichtige Rolle als Bestäuber und tragen erheblich zur Erhaltung der Artenvielfalt(Biodiversität) bei, weshalb ihr Rückgang in den letzten Jahren zu einem alarmierenden Umweltthema wurde. Gleichzeitig ging die Zahl der Imker mit vielen Völkern in den letzten Jahren stark zurück.

Obst wie Erdbeeren, Heidelbeeren, Brombeeren, Himbeeren, Birnen, Äpfel, Kirschen und Pfirsiche ist besonders abhängig von der Arbeit der Bienen. Gemüse je nach Art wie Gurken, Kürbis, Erbsen und Bohnen wird nur von Bienen bestäubt. Bei Tomaten, Paprika und Auberginen entsteht eine schlechte Qualität, wenn die Bienen wegbleiben.Tiere, wie etwa Vögel, sind auf Bienen angewiesen. Nur, wenn Pflanzen bestäubt werden, gibt es genug Samen und Beeren, von denen sich Vögel ernähren können.

Auch der Honig selbst könnte uns Deutschen – den Weltmeistern im Honigessen – ausgehen, denn wir decken schätzungsweise nur noch ein Fünftel unseres Verbrauches. Würde die Biene von der Erde verschwinden, wäre dies wohl eine Katastrophe für den Menschen.

Wie schlimm ist es?

 

Während wir noch nicht genau wissen, was die Ursache für das große Bienensterben ist, wissen wir, dass die Zerstörung von Lebensräumen, eingeschleppte Parasiten, die Monokulturen in der Landwirtschaft, der Einsatz von Pestiziden und andere Umweltbelastungen Risiken für die Bienen darstellen.

Die Bestäubungsleistung von Wildbienen wurde lange unterschätzt. Rund 300 von 560 heimischen Wildbienenarten stehen auf der Roten Liste. Lebensraum und Nistmöglichkeiten der Wildbienen werden immer seltener, da Flächen versiegelt und Totholz entfernt wird. Manche Wildbienen sind auf bestimmte Blütenarten angewiesen. Verschwindet die Wildbienenart, verschwindet ebenfalls die Pflanzenart.


Hilf den Bienen! Was kannst Du tun, um den Bienen zu helfen?

 

1. SÄE BIENENFREUNDLICHE PFLANZEN.

Eine bienenfreundliche Anlage kann etwas Blühendes in einem Balkonkasten, ein Obstbaum im Garten oder wildwachsende Pflanzen sein. Das alles bietet ein vielfältiges Angebot für Honigbienen, Schmetterlinge, Hummeln und die vielen winzigen Solitärbienen. Miteinander kombiniert bilden sich so Oasen für hungrige Bestäuber in der Stadt. 

Dein Einsatzort: Balkon und Fensterbrett

Jetzt bist Du am Zug! Dein erster Einsatzort ist dein Balkon und dein Fensterbrett, fast überall lassen sich Blumenkästen anbringen. Etwas Blühendes auf dem Fenstersims bringt Freude in die Bude!

Blumen bringen Freu(n)de!

Gib denjenigen Pflanzen Vorzug, von denen Bienen, Hummeln und Schmetterlingen auch etwas haben! Möchtest Du ein- und zweijährige Balkonpflanzen haben? Dann kommen Topfdahlien (nicht-gefüllte Sorten), Vanilleblumen, Portulakröschen, Männertreu, Steinkraut oder Phacelia (bekannt als Büschelschön oder Bienenfreund) ganz gut in Betracht.

Lass es klettern! Auch Kletterpflanzen wie die italienische Waldrebe oder Kapuzinerkresse sind bei Bienen beliebt. Die Auswahl ist groß. Für Balkon und Garten findest Du im Fachhandel spezielle bienenfreundliche Pflanzen.

Weg mit den Geranien!

Manche Blumen versprechen durch ihren Duft leckeren Nektar, bieten aber nur leere, bunte Wüste wie Geranien, Pelargonien, Dahlien, Fleißige Lieschen, Forsythien oder Margeriten. 

Vor lauter Blätterwänden finden unsere Bienchen gar keinen Weg in gefüllte Blüte wie Pfingstrosen und gefüllten Sorten von Rosen, Rittersporn und Astern.

Her mit den Kräutern!

Der besondere Tipp: Pflanze Küchenkräuter wie Lavendel, Bohnenkraut, Thymian, Minze, Basilikum, Küchen-Salbei, Schnittlauch, Ysop, und Zitronenmelisse, denn da haben Mensch und Biene etwas davon. Lass immer genug blühen und schneide die Blüte nicht ab!

Beim Kauf von Blumen-, Pflanz- und Anzuchterde solltest Du auf Torffreie Erden zurückgreifen, um die letzten noch existierenden Moore vor der Zerstörung zu bewahren. Gartenkompost ist natürlich auch eine sinnvolle Alternative zu Torf zur Bodenverbesserung und für günstige Balkonkästen Selbstmischungen.

Lass Bienen, Hummeln und Schmetterlinge weiden!

Wer einen Garten hat, kann auch eine blühende Blumenweide anlegen. Das ist eine bunte Blumenwiese aus einer Mischung von Kultur- und Wildarten, die meist als Bienenschmaus, Bienenweide oder regionale Blühmischungen in Bio-Qualität im Fachhandel erhältlich sind.

Es gibt Mischung mit vornehmlich einjährigen Kulturarten wie Phacelia, Buchweizen, Ackersenf, Ringelblume und Koriander. Sie eignet sich für fast alle Standorte und Lagen mit Ausnahme trockener Sandböden.

Mehr Vielfalt und daher sehr empfehlenswert bieten die mehrjährigen Blühmischungen mit einem großen heimischen Wildkräuteranteil:

  • Blühende Landschaft mehrjährig,
  • Veitshöchheimer Bienenweide und   


    Diese bereichern auch das Necktar- und Pollenangebots für seltene Wildbienen in Gärten, Balkonen und Verkehrsinseln. Blühende Wiesen bieten zusätzlich einen Lebensraum für andere Tiere wie z.B. Bodenbrüter

      Die richtige Mischung macht's!

      Auf heimische Vielfalt und Qualität setzen! Die überwiegende Anzahl der im Handel verkauften Saatmischungen, sind nur mäßig für unsere Bienen geeignet. Die Zusammenstellung ist häufig nach Preis oder Ästhetik ausgesucht und gerade nicht auf die Förderung von Bienen und biologischer Vielfalt. Hybride Arten, ein günstiger Preis oder eine geringe Anzahl von Arten sind häufig ein Indiz dafür, darunter findet man auch Markenhersteller. Saatgut aus dem Ausland kann zudem mit Samen von Pflanzen verunreinigt sein, die unsere heimische Vielfalt bedrohen. Im Internet tauchen auch immer wieder Wildblumenmischungen aus England auf, die nicht für unser Klima geeignet sind,  besser die Finger davon lassen.


      Krokusse und andere Frühblüher als Bienenweide

      Warum sind Frühblüher für Bienen wichtig?

      Der Herbst ist die Zeit um Blumenzwiebeln zu stecken. Vor allem Frühblüher dienen im zeitigen Frühjahr den Bienen und anderen Insekten als erste wichtige Nahrungsquelle. Gerade völkerbildende Arten wie Honigbienen und Hummeln sind auf Frühblüher wie Krokusse angewiesen. Nektar und Pollen sorgen für den Aufbau und die Stabilisierung der Völker in einer schweren Zeit.
      Frühlings-Krokusse erreichten einen hohen Nektarwert 3 von 4  und einen mittleren Pollenwert 2 von 4. Obwohl bei uns nicht überall ursprünglich haben sie den Status 'einheimisch' erhalten. Die Attraktivität auch für einige Wildbienenarten ist hoch.


      Welche Krokusse und Frühblüher sind bienenfreundlich?

      Um ein vielfältiges Nahrungsangebot für Insekten schon im schon im zeitigen Frühjahr zu schaffen, eignen sich besonders Blumenzwiebeln und Knollen. Unter den Krokussen und Frühblühern gibt es besonders bienenfreundliche Sorten, die auch für das Beet, den Rasen oder den Blumenkasten geeignet sind. Krokusse pflanzen ist einfach und besondere Pflege benötigen sie auch nicht.

      Er ist mal blau, violett, gelb, weiß oder gestreift und zählt zur Familie der Schwertliliengewächse (Iridaceae): Der Krokus. Es werden rund 100 Arten unterschieden, hinzu kommen noch zahlreiche durch Kreuzung entstandene Hybride. Heimat der Wildarten ist der Krokus-Gürtel, ein Gebiet von der Iberischen Halbinsel über Süd- & Mitteleuropa und Nordafrika sowie den Balkan bis hin zum Kaukasus und Westchina. Grundsätzlich teilt man die Gattung Crocus nach ihrer Blütezeit auf. Von Februar bis April blühen die Frühlings- oder Frühblüher und von September bis Oktober blühen die Herbstkrokusse oder Herbstblüher.

      In unseren Gärten haben Kleiner Krokus, Elfen-Krokus und Frühlings-Krokus Einzug gehalten. Als besonders bienenfreundlich hat sich jedoch ein bunter Mix von frühblühenden Wildkrokussen bewährt.

      Eine Bienenweide aus Wildkrokussen gestalten

      Wildkrokusse des Frühlings, im Handel oft unter der Bezeichnung Botanische Krokusse bekannt, lassen sich in einem wintersonnigen Beet mit durchlässigem Boden gut mit anderen Frühblühern kombinieren. Hierfür eignen sich andere besonders bienenfreundliche Frühblüher wie

      • Kegelblume      (Puschkinia Libanotica),
      • Blausternchen      (Scilla Siberica),
      • Sternhyazinthe      (Chionodoxa forbesii) und
      • Traubenhyazinthe      (Muscari armeniacum).


      Als schöne Augenweide wirkt ein bunter Krokus-Teppich unter Laubbäumen oder Sträuchern. Die Knollen können aber auch einfach in den Rasen gesetzt werden. Hierfür eignen sich bienenfreundliche Wildkrokuse am besten, auch hier gibt es eine Mischung von der Bienenretter Manufaktur. Grundsätzlich die Pflanzen immer in Gruppen setzen, damit die Tuffs genügend Farbwirkung erzielen. Wildkrokusse haben den großen Vorteil, dass sie vermehrungsfreudig sind. So entsteht mit den Jahren ein phantastischer Krokusteppich im Frühjahr. Auch nach der Blütevorsichtig mit dem Rasenmäher umgehen. Solange das Laub der Frühblüher noch grün ist, ist die Vermehrung noch nicht abgeschlossen. Schließlich will man im nächsten Frühjahr wieder einen

      Krokuswiese haben. Für Bienen weniger oder nicht empfehlenswert sind hingegen Züchtung wie Hybridsorten.

       

      2. WÄHLE HONIG AUS DEINER REGION.

      Fast 80% unseres Honigkonsums stammt aus Importen. Honige aus dem Supermarkt sind häufig Mischungen von Honigen aus Nicht-EU-Ländern. Diese enthalten mit hoher Wahrscheinlichkeit Honig aus Südamerika – wo  Gentechnik-Pflanzen im großen Stil angebaut werden, deren Pollen dann in den Honig geraten. Neben der Umweltbelastung durch die langen Transportwege können auch Bienenkrankheiten nach Deutschland eingeschleppt werden. Es ist daher sinnvoll, Honig aus Deiner Region direkt vom Imker zu bevorzugen.

      Die heimischen (Hobby-)Imker tragen viel zum Erhalt der Honigbienen bei.

      Billig-Honig aus Südamerika schwächt die heimischen Imker

      Mit regionalem Honig unterstützt du die regionalen Imker. 

      Wenn wir Verbraucher vor allem auf den Preis schauen, hat das für die deutschen Imker zur Folge, dass sich der Verkauf von Honig immer weniger lohnt. Dabei spielen gerade Hobbyimker für den Erhalt, den Schutz und die Aufklärung über Honigbienen eine entscheidende Rolle.

      Tipp: Bei Honig gilt: Im Zweifelsfall lieber regional als Bio; am besten ist natürlich beides. Imker in deiner Nähe findest du z.B. unter www.heimathonig.de. Über nearbees.de kann man sich Honig vom lokalen Imker direkt in den Briefkasten liefern lassen.


      3. VERZICHTE AUF PESTIZIDE.

      Auf bienenschädliche Pflanzenschutz-, Unkraut- und Schädlingsbekämpfungsmittel, also Pestizide, Herbizide und Biozide solltest Du in Deinem Haus und Garten verzichten. Die Verwendung 'Bienengefährlicher' Neonicotinoiden wurde weitgehend auch in Haus- und Kleingärten untersagt. Schlummert noch Neonicotinode auch in deinem Haushalt? Es gibt im privaten Bereich genügend Alternativen.


       

      4. BEVORZUGE BIENENFREUNDLICHE LEBENSMITTEL.

      Saisonale Lebensmittel aus regionaler ökologischer Landwirtschaft sind meistens besser, da auf bienenschädliche Pestizide verzichtet wird. Sei auch fair zu den Produzenten: Qualität und Bienenfreundlichkeit sind ihren Preis wert, deshalb zahle einen fairen Preis auch für Deinen Honig. Leider ist Bio nicht gleich Bio und manchmal ist Bio nicht nachhaltig. Schau genau hin!


       

      5. BIENENKRANKHEITEN STOPPEN - HONIGGLÄSER IMMER AUSSPÜLEN.

      Krankheiten wie die amerikanische Faulbrut (AFB) werden bei uns eingeschleppt. Die auslösenden Endosporen werden u.a. durch Honigreste in Glascontainern verbreitet. Im Herbst fliegen die Bienen darauf und bringen so die tödliche Krankheit in die heimischen Völker. Deshalb Honiggläser spülen bevor man diese in den Glascontainer wirft oder gleich beim Kauf auf Mehrweg achten.

       

      6. Biete Nistmöglichkeiten für Wildbienen.

      300 der heimischen Wildbienenarten stehen auf der „Roten Liste“. Biete Nistmöglichkeiten für Wildbienen an. Es muss nicht gleich ein riesiges „Bienen- oder Insektenhotel“ sein, auch mit wenig Aufwand kannst Du unseren Freunden helfen. Viele Wildbienen sind anspruchsvoll, daher kommt es auf die richtige Bauart an.

      Wildbienenhotels aus dem handel sind zwar optisch schön, aber nicht immer nützlich. Selberbauen macht Spaß und hilft oft mehr. Unbehandelte Holunder-, Bambus- oder Schilfstängel in ca. 15 cm lange Stücke schneiden. In einer Dose oder einem Holzkasten bündeln und waagerecht an einem trockenen, sonnigen Balkon oder Dachvorsprung befestigen. Markhaltige 40 cm langen Stängel von Brombeeren oder Königskerze senkrecht am Balkongitter, Zaun oder Pflanzstäben befestigen. Nicht aushölen, da die Wildbienen das Mark selbst entfernen.

      Bodenbrütende Arten finden in einem mit Sand gefülltem Blumentopf (ab 20 cm Durchmesser). Sorge für genügend Futterpflanzen in unmittelbarer Umgebung.

      Eine Wilde Ecke im Garten mit totem Holz z.B. von Apfel und Birnbaum, Gestrüpp und blühenden Wildpflanzen erfreut Bienen und Nützlinge. Mehr hierzu in der Rubrik "Wildbienen".


      7. WERDE BIENENPATE

      Mit einer Bienen-Patenschaft unterstützt du aktiv die nachhaltige Strategie, die Honigbiene zu ihrer Rettung anzusiedeln und zu pflegen. Alles hierzu in der Rubrik "Bienen Patenschaft oder Bienen mieten". 

        




       
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